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Vorstand des Diözesankomites ab 2022

Die Vorsitzende des Diözesankomitees Martha Bauer und Bischof Dr. Rudolf Voderholzer bei den Grußworten im Innenhof des Bischöflichen Ordinariats

(pdr) Der Jahresempfang des Diözesankomitees am 26. Juli 2022 begann mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Niedermünsterkirche mit Bischof Rudolf Voderholzer und Domkapitular Thomas Pinzer. In seiner Predigt blickte Bischof Rudolf auf die Lesungen mit dem Zusammenhang von Werden und Vergehen, Säen und Ernten, Empfangen und Weiterschenken aus der Perspektive Gottes. Teilweise mache sich hier Hoffnungslosigkeit breit bei Jeremia, was aber letztlich hoffnungsvoll endet „Wir setzen unsere Hoffnung auf dich; denn du hast dies alles gemacht“. Bischof Rudolf hob hervor, dass zwischen Hoffnungslosigkeit und Zuversicht die Einsicht läge, dass nicht der Herr dem Volk seine Liebe und Zuneigung entzogen habe, sondern dass sich das Volk selbst durch seine Schuld und Sünde von ihm getrennt hat. „Wo Gott verdrängt wird, wird die Gesellschaft nicht menschlicher, sondern gnadenloser“, betonte der Bischof.

Bemühungen um Friedensethik nötig

In seinen weiteren Ausführungen sprach er von „Kränkungen“, die die aufgeklärte freiheitlich demokratische und vom Wohlstand verwöhnte westliche Welt gegenwärtig erfährt. Kränkungen, von denen Christoph Türcke spricht. Als „Kränkungen“ bezeichnet der bekannte Philosoph die Corona-Pandemie, den Ukraine-Krieg und die Gefährdung von Wohlstand. Bischof Rudolf stellte die Frage, was die richtige Weise sein kann, kirchlich und theologisch darauf zu reagieren. Auch er könne nur Andeutungen geben und habe keine umfassende Antwort: Es brauche neue Bemühungen, um ein richtig verstandenes Naturrecht, das die geschöpflichen Vorgaben respektiert. Es seien ganz neue Bemühungen um eine Friedensethik notwendig.

Weniger Wohlstand heißt nicht weniger Lebensqualität

„Gerechter Frieden“ werde zunehmend herausfordernd und allein mit Waffen werde der Friede nicht zu erreichen sein. Bezüglich der wachsenden sozialen Notlagen müsse die ohnehin wertvolle Arbeit im kirchlichen sozial-caritativen Bereich noch weiter verstärkt werden. Persönlich sei ihm als Bischof wichtig, dass die Kirche auch einen gesellschaftlichen Beitrag leisten kann, in dem bewusst Sparsamkeit vorgelegt und gezeigt wird, dass auch ein etwas Weniger an Wohlstand nicht automatisch zu einem Weniger an Lebensqualität führen muss. Dafür gebe es viele Bereiche, wie Wohnen, sich fortbewegen, Ernährung und Freizeitgestaltung. „Man braucht nicht in jeder Kirche Wohnzimmertemperatur“, betonte der Bischof und empfahl, sich warm anzuziehen.

Verbände und Geistliche Gemeinschaften stehen für Stabilität

Als neue Vorsitzende des Diözesankomitees begrüßte Martha Bauer beim anschließenden Empfang die stattliche Anzahl von Ehrenamtlichen aus den Verbänden und geistlichen Gemeinschaften. Ihr Engagement sei aus den Gemeinden nicht mehr wegzudenken. Deshalb sei es ihr auch ein besonderes Anliegen, die große Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Es sei keine einfache Zeit mit Corona, Inflation, Ukrainekrieg und verschiedenen weiteren Sorgen. Viele würden sich hilflos fühlen und dringend benötigte Änderungen könnten nicht umgesetzt werden. „Verbände und geistliche Gemeinschaften in der Kirche sind ein Garant in diesen schwierigen Zeiten“ betonte Martha Bauer.

Als Beispiel griff sie den Kolpingverband und den Katholischen Frauenbund heraus. So wie früher zu deren Gründerzeit, als sich Kolping für arme Wanderburschen und der Frauenbund für benachteiligte Frauen einsetzte, sollen die Zeichen der Zeit auch jetzt erkannt werden. Die Vereinsideen der Gründer sollen von allen Mitgliedern weiterverfolgt werden. Solidarität müsse eingefordert werden. „Verbände und Glaubensgemeinschaften stehen auch für Stabilität“, so Bauer. Allgemein werde im kirchlichen Bereich das Ehrenamt noch wichtiger werden, deshalb sei hier Unterstützung notwendig. Abschließend zitierte Martha Bauer das Lied „Die Sache Jesu braucht Begeisterte“ und sie wünschte allen, dass dieser Leitsatz weitergetragen und gelebt werde. Mit einem Dank an den Geschäftsführer des Diözesankomitees, Manfred Fürnrohr, und sein Team leitete Martha Bauer zum gemütlichen Teil über. Auch hier, wie auch bereits im Gottesdienst, sorgte die Musikgruppe „Makaber“ aus Regenstauf für ansprechende Musik.

Bischof Rudolf freute sich, dass der Ehrenamtsempfang hier stattfinden kann. „Nicht in meinem Garten, sondern in unserem Garten, denn viele arbeiten hier und ich wohne halt auch noch hier“, gestand er schmunzelnd. Die ganze Anlage sei früher ein Frauenkloster gewesen und umgebaut worden. Bischof Rudolf zeigte auch den Platz, von wo aus man die Domspitzen sieht und lachte: Wir haben Domspitzen und Domspatzen. Ein von Herzen kommendes Dankeschön sagte er allen Ehrenamtlichen, die sich in der Kirche engagieren. Dabei verwies er auch auf die drei Aufgaben in Liturgia, Martyria und Diakonia.

Fotos: Irmgard Hilmer

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